Rheingau - Traditionen & Innovationen

Rheingau - Traditionen & Innovationen
Rheingau

Fast tausend Kilometer fließt der Rhein in nördliche Richtung – mit einer Ausnahme: Bei Wiesbaden, durch das Taunusgebirge aufgehalten, biegt er in fast rechtem Winkel nach Westen ab, um aber schon 30 km später bei Rüdesheim wieder in Richtung Norden zu fließen. So entstand eine der schönsten Wein-Kultur-Landschaften weltweit, im Norden durch das Taunusgebirge, im Süden durch den Rhein begrenzt.

Auf den rund 3200 Hektar, vorwiegend Süd- und Südwesthänge, hat heute das Rheingau den weltweit höchsten Riesling-Anteil, ergänzt durch die Rebsorte Spätburgunder.

Die Weinbergsböden zwischen 80 und 220 m über NN gehen in ihrem geologischen Ursprung auf ein tertiäres Meer zurück, dessen nördliches Ufer das Rheingau bildet. So findet man im Rheingau einerseits Kies, Sand sowie lehmige bis tonige Böden, durchsetzt mit Mergel und Löß. Andererseits entdeckt man gerade im unteren Rheingau bei Rüdesheim und in den Höhenlagen des Rheingaus, in Kiedrich und in Rauenthal, als Ausläufer des Taunusgebirges, Quarzit- und Schieferverwitterungsböden.

Die klimatischen und geologischen Vorteile dieses kleinen Landstriches für den Weinbau wurden schon von den Römern und später von Karl dem Großen erkannt und umgesetzt. In der weiteren Geschichte leisteten über viele Jahrhunderte Benediktiner- und Zisterziensermönche Pionierarbeit, indem sie dem Rheingau durch ganzheitliches Denken und Arbeiten vom Weinberg über den Keller bis zum Vertrieb schon damals eine Spitzenposition im weltweiten Weinanbau geben konnten. So haben Cabinet, Spätlese, Auslese und die Abfüllung der Weine in Flaschen im Rheingau ihre Wurzeln.

Über all' die Jahrhunderte stand der Terroirgedanke, das Zusammenspiel aller natürlichen Faktoren und die kompromisslose Qualitätsarbeit des Winzers immer im Mittelpunkt des Denkens. Somit stellt heute das Erste Gewächs auch nur ein Wiederaufgreifen Rheingauer Tradition dar. Die edelsten Weine aus den Spitzenlagen werden über ihre Angabe der Lage auf dem Etikett und den Begriff Erstes Gewächs als trockener Wein und die Prädikatsstufen Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein als edelsüße Spitzengewächse besonders herausgestellt.

Den Weg deutscher „Grand Crus” haben schon die erfolgreichen Prädikatsweingüter vor 100 Jahren im Rheingau beschritten, als sie auf den Weltmärkten mit Marcobrunn und Steinberg, um nur zwei der vielen Spitzenlagen des Rheingaus zu nennen, sensationelle Erlöse für ihre Weine erzielt haben. Auch heute zählen diese Spitzengewächse, die auch über die Versteigerungen der Prädikatsweingüter angeboten werden, wieder zu den international höchstgeschätzten und oftmals teuersten Weinen der Welt.

 
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